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    Wandern auf der Traumschleife „Murscher Eselsche“

    Wir sind mal wieder für ein paar Tage in Rheinland-Pfalz unterwegs gewesen und präsentieren nun eine kleine Wanderung auf der Traumschleife „Murscher Eselsche“. Besonders gut gefallen uns persönlich Wanderungen, wenn man aus dem Alltag im Ruhrgebiet kommend, nun auf der Wandertour wie in eine andere Welt abtauchen kann. Eine schöne Mischung aus alten Dorfkerne, historischen Pfaden oder noch erkennbare Zeitzeugen in der Natur vergangener Epochen, wäre für uns die ideale Wanderung für Jung und Alt. Die „Murscher Eselsche“ bietet mit historischen Orten, wie z.B. Morshausen und die Grube Theresia und markanten Felsen vielleicht genau das Richtige für den stressigen Alltag. Der „Eselsche“ ist vorab verraten keine Anekdote über einen mürrischen Vierbeiner, sondern ein Fels, der in seiner früheren Form an einen Esel erinnert hat.

    Traumschleife Murscher Eselsche 007

    Traumschleife –

    Murscher Eselsche

    Die Murselsche Eselsche ist eine von rund 100 Traumschleifen des Saar-Hunsrück-Steig. Die Traumschleife gehört zu einer der schönsten Schleifen und wurde zuletzt mit 86 Punkte bewertet.

    Wanderimpressionen

    Man startet bei dieser Wanderung in Morshausen und läuft abwärts über den historischen Zechenpfad entlang der Grube Theresia im Baybachtal. Danach würde der Weg vom Baybachtal aufwärts über Haacks Köppsche zurück nach Morshausen führen. Wir genossen nun jedoch eine Führung von Kräuterfrau Heike Rosa Maria Gaudenti und erlebten eine literarisch-kulinarische Wanderung unter dem Motto „Pflanzen erzählen“.

    Eine literarisch-kulinarische Wanderung

    Eigentlich viel zu schade, dass man nur immer mit Wanderführern in der Hand an den Pflanzen vorbei läuft, den eigentlichen Wegverlauf stets im Blick behält und dafür weniger ein Auge für die Kräuter am Wegesrand besitzt. Unser erweiterte Wandertipp ist daher, jede sich bietende Gelegenheit zu ergreifen, ebenfalls geführte Wanderungen beim nächsten Wanderurlaub in der Pfalz zu buchen. Die literarisch-kulinarische Kräuterwanderung kombinierte nun Auszüge aus dem Buch „Schwupps, wir sind dann man hier drin“ mit den Kräutern am Wegesrand der Traumschleifen. In den vergangenen Jahrzehnten wurden die Kräuter zwar von Unkraut über Wildkräuter hin zu Kulturbegleitpflanzen in ihrer Bezeichnung immer positiver wahrgenommen, die jeweilige Wirkung der Pflanzen ist jedoch nur wenigen bekannt. Auf der Wanderung stand nun nicht mehr nur die Landschaft allein im Mittelpunkt, sondern an vielen Stellen eben auch sehr informative Unterbrechungen, bei denen man sich literarisch und durchaus auch kulinarisch mit den Kräutern beschäftigt hat.  Nimmt man z.B. die Brennessel, so lässt es sich im Buch nachlesen, dass diese früher zum Anfang des Jahres als Zutat zu einem Kuchen diente, von derem Verzehr man sich ein besonders gutes Jahr versprach. Ebenso diente die Brennesel genauso wie heute auch noch Hanf, der Faserkleidung. Zum Färben war die Brennesel ebenso dienlich. Eigentlich zu spät dafür im Jahr, präsentierte sich unterwegs uns Wanderern auch das Johanniskraut und natürlich der Löwenzahn. Letzterer ist eigentlich der erste Frühlingsblüher. Auch er ist nicht nur hübsch, sondern auch zäh. Schaut man so z.B. darauf, wo man den Löwenzahn begegnen kann, so ist er oft in unwirtlichen Umgebungen Zuhause. Interessant ist es aber auch unterwegs zu erleben, wie alte Sprichwörter anhand der Kräuter zum Leben erweckt werden. Ein Beispiel dafür ist „Was bitter im Mund, dem Menschen gesund.“ Ebenso lassen sich am Wegesrand sehr alte Zeitgenossen entdecken.  Der Wurmfahn ist ein Begleiter in der Natur, den es bereits seit vielen Millionen Jahren gibt und der damals wohl bereits den Dinosaurier als Nahrung gedient haben wird. Mit Haselnusslikör gestärkt, war die Grube Theresia heute als unser Rastplatz und Aussichtspunkt eingeplant. Dort angekommen, gab es noch sehr leckere und vielleicht für den Ein oder Andere exotische Grüße aus der Naturküche und natürlich viele weitere Geschichten aus der Pflanzenwelt.

    Fazit

    Die Murselsche Eselsche ist heutzutage leider nicht mehr als solches erkennbar, kurz nach dem Krieg fiel „er“ den Sprengkünsten von Kindern zum Opfer. Trotzdem ist der Teil der Wanderung, die wir nun selbst laufen konnten, eine sehr schöne und empfehlenswerte Runde. Kleine Besonderheit und ebenso zu empfehlende Option. Eine Wanderung in Begleitung einer Führerin. In Gesellschaft der Kräterfrau plauderten die Pflanzen auf dieser Wanderung aus ihrem Kräuter-Nähkästchen und man konnte als Laie lernen, was der Farn so alles möglich machen kann, welche wundersamen Geschichten die Kastanie zu berichten hat und warum die Brennnessel zu den wertvollsten Wildkräutern zählt.

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